Princess of the Water Lilies – Review

TL;DR

  • Wunderschön gezeichneter 2D-Puzzle-Plattformer mit einer kleinen Katze als Heldin.
  • Stimmige, wortlose Erzählweise und abwechslungsreiche Biome.
  • Kreative Rätselmechaniken: magisches Halsband, bewegliche Objekte und interaktive Pflanzen.
  • Sehr faire Rücksetzpunkte – aber überraschend harte Bosse.
  • Charmantes Abenteuer, das trotz kleiner Frustmomente eine Empfehlung für Puzzle-Fans wert ist.

Review: Princess of the Water Lilies – Ein märchenhaftes Katzenabenteuer voller Ideen

Was kommt dabei heraus, wenn eine Gruppe Frösche ein kleines Kätzchen großzieht? Eine Heldin, die nicht nur klettern, springen und Insekten fangen kann, sondern auch die gesamte Natur um sich herum beeinflusst.
Princess of the Water Lilies verbindet diese ungewöhnliche Ausgangslage mit einer liebevoll gezeichneten 2D-Welt, cleveren Puzzlemechaniken und einer wortlosen Geschichte, die komplett über Bilder funktioniert.

Wortloses Storytelling, das sofort fesselt

Die Erzählung verzichtet auf Dialoge oder Textboxen – kurze Zwischensequenzen und das handgemalte Design tragen die gesamte Handlung. Am Anfang wird das Kätzchen gefunden, danach führt der Weg durch Wälder, Ruinen, Wassergebiete und andere stimmungsvoll inszenierte Orte. Jedes Gebiet besitzt einen eigenen visuellen Charakter, sodass sich die Reise wie das Blättern durch ein lebendiges Bilderbuch anfühlt.

Erste Schritte: Lernen zu Hüpfen, zu Kriechen und zu Schnurren

Die Eingewöhnungsphase ist angenehm: Die Katze verfügt über ein überschaubares Moveset – ein einfacher Sprung, ein Pfotenschlag, Kriechen und Schnurren. Letzteres ist keine Spielerei, sondern eine zentrale Mechanik: Die magische Energie ihres Halsbandes aktiviert Objekte, bewegt Plattformen oder verändert die Umgebung direkt um sie herum.

Optisch heben sich Plattformen und interaktive Elemente nur subtil vom Hintergrund ab, wirken aber dank der gelungenen Introsequenz sofort vertraut. Bereits nach wenigen Minuten geht das Erkennen relevanter Elemente in Fleisch und Blut über.

Rätsel mit Charakter: Pilze, Pflanzen und magische Mechanismen

Rätsel sind das Herzstück von Princess of the Water Lilies. Die Welt ist voller Objekte mit klaren Funktionen: wandernde Pilze, die wie Trampoline agieren, leuchtende Pilze, die Ranken erscheinen lassen oder wieder auflösen, sowie fleischfressende Pflanzen, deren verbundene Maulpaare als natürliche Portale fungieren. Jedes Kapitel führt neue Elemente ein, die sich deutlich voneinander unterscheiden und immer neue Denkansätze erfordern.

Besonders gelungen ist, wie sich die Level logisch miteinander verbinden. Obwohl das Spiel mehrere Schnellreisepunkte anbietet, entsteht nie das Gefühl einer zerrissenen Struktur – der Weg führt organisch von einem Biom zum nächsten.

Schlüssel, Sammelobjekte und versteckte Wege

Viele Rätsel drehen sich darum, erst einen Schlüssel zu sichern und später die passende Truhe zu erreichen. Die oft halbtransparenten Barrieren sind anfangs verwirrend, da sie optisch nicht klar signalisieren, dass ein Umgehen der Rätsel nicht möglich ist. Das bleibt aber ein kleiner Schönheitsfehler, der den Spielfluss nicht wesentlich stört.

Deutlich positiver fallen die Sammelobjekte auf: kleine und große Leuchtkugeln sowie zerstörbare Kisten. Die optionalen Sammelwege sind nie unfair versteckt – kleine Höhlen, Nischen oder durch Vegetation verdeckte Eingänge unterscheiden sich subtil vom Rest der Umgebung und belohnen aufmerksame Spieler:innen.

Steigende Herausforderung – aber mit Schwankungen

Innerhalb der Kapitel zieht der Schwierigkeitsgrad sanft an. Neue Interaktionsobjekte werden sinnvoll eingeführt, und später zusammengesetzte Mechaniken fühlen sich meist logisch an. Kapitelübergreifend variiert die Komplexität jedoch: Manche Rätsel sehen kompliziert aus, sind aber schnell gelöst, während andere deutlich mehr Feingefühl verlangen.

Die One-Hit-Mechanik der Katze bedeutet, dass ein einziger Fehler ausreicht, um zum letzten Checkpoint zurückzukehren. Glücklicherweise sind diese großzügig verteilt, sodass Rückschritte nie frustrierend lang werden.

Bosse: Überraschend fordernd und manchmal zu lang

Die fünf Bosskämpfe stechen deutlich aus dem ansonsten entspannten Platforming hervor. Sie sind häufig an Autoscroller-Passagen gekoppelt und stellen einen drastischen Sprung im Schwierigkeitsgrad dar. Schon der erste Boss – ein gewaltiges mechanisches Kamel – feuert so viele Projektile, dass man schnell versteht, warum es ein Achievement für die ersten neun Tode gibt.

Zwar setzen die Entwickler auch hier auf Rücksetzpunkte, aber manche Phasen wirken etwas überzogen in ihrer Länge. Besonders fies wird es bei einem Boss, dessen Arena sich nach jedem Fehlversuch komplett verändert. Die Herausforderungen können je nach Layout deutlich schwanken, was etwas willkürlich wirkt.

Fazit: Wunderschön, ideenreich – aber nicht ohne Macken

Princess of the Water Lilies überzeugt mit einer eindrucksvollen handgezeichneten Optik, einer sympathischen Protagonistin und clever entworfenen Rätseln, die immer wieder überraschen. Die Welt wirkt wie aus einem Märchenbuch, das man Seite für Seite selbst erkundet.

Weniger gelungen sind die teilweise frustrierenden Bossabschnitte, die mit dem ansonsten ruhigen Spielfluss brechen. Dank fairer Checkpoints bleibt das Erlebnis insgesamt aber positiv.

Unterm Strich ist Princess of the Water Lilies ein liebevoll gestaltetes Puzzle-Abenteuer, das Fans von handgezeichneten Platformern definitiv einen Blick wert ist – auch wenn die Katze vielleicht nicht neun Leben hat, dafür aber jede Menge Charme.

Princess of the Water Lilies – Review

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