Underground Garage 1.0

Underground Garage 1.0: Zwischen Simulations-Traum und Realitäts-Werkstatt

1. Einleitung: Der ambitionierte Spagat zwischen Schraubenschlüssel und Lenkrad

Die Veröffentlichung von Underground Garage in der Version 1.0 am 27. Januar 2026 markiert einen entscheidenden Moment in der Nischenwelt der Automobil-Simulationen. Entwickelt von BeardedBrothers.Games und publiziert vom deutschen Simulations-Schwergewicht astragon Entertainment, tritt dieser Titel mit einem Versprechen an, das seit Jahrzehnten den „Heiligen Gral“ für virtuelle Benzinköpfe darstellt: Die nahtlose Verschmelzung einer hochkomplexen Mechaniker-Simulation mit einer lebendigen, offenen Welt für illegale Straßenrennen.

In der Vergangenheit war die Demarkationslinie im Genre klar gezogen. Wer tief in die Eingeweide eines Motors blicken, Kolbenringe tauschen und Nockenwellen justieren wollte, griff zum Car Mechanic Simulator (CMS). Wer hingegen das Adrenalin einer nächtlichen Verfolgungsjagd durch neonbeleuchtete Straßenschluchten suchte, landete zwangsläufig bei Arcade-Giganten wie Need for Speed oder der Forza Horizon-Reihe. Underground Garage wagt nun den Versuch, diese beiden Welten nicht nur zu berühren, sondern sie in einem kohärenten Gameplay-Loop zu vereinen. Das Versprechen lautet: „Wrench to Wheel“ – vom Schraubenschlüssel direkt ans Steuer.

Dieser Bericht liefert eine erschöpfende Analyse des Status Quo der Version 1.0. Wir untersuchen, ob der Titel dem Hype und den Marketing-Versprechungen der Pressemitteilungen standhalten kann, oder ob er unter der Last seiner eigenen Ambitionen zusammenbricht. Dabei werfen wir einen detaillierten Blick auf die technische Umsetzung der Unreal Engine 5, die Tiefe der Tuning-Optionen, die polarisierende Fahrphysik und die Reaktionen der Community, die den Titel aktuell mit gemischten Gefühlen aufnimmt. Als erfahrene Redaktion für Videospiele haben wir die Pressemitteilungen nicht nur umgeschrieben, sondern sie einem Realitätscheck unterzogen, um Ihnen, liebe Leser, die ultimative Kaufberatung zu bieten.

2. Entwicklungsgeschichte und Marktpositionierung

2.1 BeardedBrothers.Games: Visionäre im Maschinenraum

Das Entwicklerstudio BeardedBrothers.Games hat sich mit Underground Garage einer Herkulesaufgabe gestellt. Die Reise durch den Early Access, der am 7. November 2024 begann , war geprägt von einem intensiven Dialog mit der Community, aber auch von den typischen Wachstumsschmerzen eines ambitionierten Indie-Projekts. Die Vision war von Anfang an klar: Eine Simulation zu schaffen, die nicht an der Garagentor-Schwelle endet.

In der Kommunikation rund um den Release von Version 1.0 zeigt sich das Studio bemerkenswert transparent, aber auch defensiv. In angepinnten Diskussionen auf Steam adressierten die Entwickler offen die Diskrepanz zwischen den ursprünglichen Roadmaps und dem finalen Feature-Set. Sie gestanden ein, dass frühere Pläne unter „völlig anderen Umständen“ entstanden seien und dass man sich für die Version 1.0 auf eine „stabile Basis“ konzentrieren musste, anstatt alle versprochenen Features halbgar zu implementieren. Dies ist ein mutiger, aber riskanter Schritt in einer Branche, in der „Feature Creep“ oft zum Standard gehört. Die Entscheidung, Features zu streichen, um die Stabilität zu gewährleisten, zeugt von einem Reifeprozess, der jedoch bei frühen Unterstützern für Enttäuschung sorgte.

2.2 Der Einfluss von astragon Entertainment

Die Partnerschaft mit astragon Entertainment ist für die Einordnung des Titels essenziell. Astragon ist kein Unbekannter, wenn es um „Arbeitssimulationen“ geht. Mit Titeln wie dem Construction Simulator oder Bus Simulator hat der Publisher eine klare Zielgruppe definiert: Spieler, die Entspannung in der methodischen Abarbeitung komplexer technischer Vorgänge finden.

Der Einfluss des Publishers ist in der Strukturierung des Releases spürbar. Die Marketingkampagnen fokussieren stark auf Begriffe wie „Authentizität“ und „detaillierte Simulation“. Gleichzeitig bringt ein Publisher wie astragon auch eine gewisse Erwartungshaltung hinsichtlich des Polishing mit sich. Dass Underground Garage zum Release dennoch mit technischen Hürden zu kämpfen hat, deutet darauf hin, dass der „IP-Übergang“ (wie er in den Entwickler-Posts genannt wird ) möglicherweise interne Umstrukturierungen mit sich brachte, die Ressourcen banden. Für den deutschen Markt ist diese Konstellation besonders interessant, da astragon hierzulande über eine sehr treue Fanbasis verfügt, die bereit ist, sich tief in komplexe Mechaniken einzuarbeiten.

2.3 Der Sprung auf Version 1.0: Ein „Hefty Tune Up“?

Die Pressemitteilung zum 1.0-Release versprach ein „hefty tune up“ – eine kräftige Generalüberholung. Was genau bedeutet das in Zahlen?

  • Fahrzeug-Roster: Erhöhung von 10 auf 20 Fahrzeuge.
  • Motoren-Vielfalt: Ausbau von 8 auf 15 verschiedene Motorentypen.
  • Spielmodi: Einführung von drei dedizierten Rennmodi (Practice, Time Attack, Race).
  • Narrative: Abschluss der Story-Kampagne.

Diese Zahlen klingen beeindruckend, müssen aber im Kontext des Genres betrachtet werden. Ein Forza Horizon bietet hunderte Fahrzeuge. Underground Garage setzt jedoch auf Klasse statt Masse – oder besser gesagt: auf Tiefe statt Masse. Jedes dieser 20 Fahrzeuge besteht aus tausenden interaktiven Teilen. Der Entwicklungsaufwand für ein einziges Auto in Underground Garage ist potenziell höher als für zehn Autos in einem Arcade-Racer, da jedes Bauteil demontierbar und simuliert sein muss.

3. Die Werkstatt-Erfahrung: Das Herz der Simulation

Wenn man die Motorhaube in Underground Garage öffnet, offenbart sich das wahre Potenzial des Spiels. Hier versucht der Titel, den Platzhirschen Car Mechanic Simulator 2021 herauszufordern.

3.1 Das „Fluid Maintenance System“ und mechanische Tiefe

Ein Highlight des 1.0-Updates ist die Einführung des Fluid Maintenance Systems (Flüssigkeitswartungssystem). In vielen vereinfachten Rennspielen sind Öl, Kühlwasser und Bremsflüssigkeit abstrakte Balken, die sich automatisch füllen. In Underground Garage muss der Spieler:

  1. Das Auto auf die Hebebühne fahren.
  2. Den Ölablassbehälter positionieren.
  3. Die Ablassschraube lösen und das Altöl physikalisch korrekt ablassen.
  4. Neue Flüssigkeiten manuell nachfüllen, wobei auf die korrekten Füllstände geachtet werden muss.

Diese Detailverliebtheit erstreckt sich auf den gesamten Motorblock. Spieler interagieren mit Kolben, Pleuelstangen, Kurbelwellen und Zündkerzen. Jedes Teil hat einen Zustandswert (Durability) und Tuning-Parameter. Das Gefühl, einen Motor komplett zu zerlegen und wieder zusammenzusetzen, erzeugt den viel zitierten „Zen-Moment“ der Simulation. Es ist eine meditative Tätigkeit, die Geduld und Präzision belohnt.

3.2 UI-Friktion und Bedienungshürden

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Benutzererfahrung (User Experience – UX) in der Werkstatt wird von Spielern massiv kritisiert. Ein wiederkehrender Kritikpunkt in den Steam-Reviews ist das „grauenhafte“ Shop-Interface (UI).

  • Filter-Probleme: Filter im Ersatzteil-Shop setzen sich zurück, sobald man das Menü schließt. Das zwingt den Spieler dazu, sich immer wieder durch hunderte Teile zu klicken, was den Arbeitsfluss (Workflow) massiv stört.
  • Kameraführung: Bei der Montage von Teilen im Innenraum oder tief im Motorraum stößt die Kamera oft an ihre Grenzen. Karosserieteile verdecken die Sicht, und der Spieler muss in „seltsamen Winkeln“ zoomen, um die richtige Schraube zu finden.
  • Montage-Logik: Es gibt Berichte über Unlogik bei der Montage-Reihenfolge. So müssen teilweise Reifen entfernt werden, bevor die Felge demontiert werden kann, oder Bremssättel können montiert werden, während das Rad noch dran ist – Fehler, die die Immersion für echte Mechaniker brechen.

Diese UI-Probleme sind in Simulationen oft der größte Spaßkiller. Wenn das Spiel zur Arbeit wird, nicht weil die Aufgabe komplex ist, sondern weil das Werkzeug (die Steuerung) unhandlich ist, verliert es seinen Reiz.

3.3 Tuning auf dem Prüfstand (Dyno)

Anders als in Car Mechanic Simulator, wo Tuning oft nur eine Erhöhung von Zahlenwerten ist, verspricht Underground Garage eine direkte Auswirkung auf die Fahrphysik.

  • Motorentausch (Engine Swaps): Die Möglichkeit, aus 15 verschiedenen Motoren zu wählen , erlaubt kreative „Frankenstein“-Builds. Ein V8 in einem kompakten japanischen Importwagen? Möglich.
  • Differential-Setup: Spieler können zwischen offenen Differentialen, gesperrten Differentialen (für Drifter), Visco-LSDs und Torsen-LSDs wählen. Dies ist ein Feature, das Hardcore-Sim-Racer zu schätzen wissen, da es das Kurvenverhalten drastisch verändert.
  • Aerodynamik: Spoiler sind nicht nur Deko. Das Update 1.0 fügte physikalische Parameter für Spoiler hinzu, die realistischen Anpressdruck (Downforce) generieren.

Die Verbindung zwischen Werkstatt und Straße wird durch den Leistungsprüfstand (Dyno) hergestellt. Hier können Spieler ihre Abstimmung testen und Leistungskurven (Drehmoment vs. PS) analysieren, bevor sie sich auf die Straße wagen.

4. Die Fahrerfahrung: Der Elefant im Raum

Das größte Risiko für Underground Garage war immer der Moment, in dem das Auto die Werkstatt verlässt. Die Simulation eines Verbrennungsmotors ist Mathematik; die Simulation von Fahrspaß ist Kunst. Und hier scheiden sich die Geister.

4.1 Fahrphysik: Simulation oder Arcade?

Die Entwickler sprechen von einer „überarbeiteten Fahrphysik“ (Overhauled Driving Physics) in Version 1.0. Das Ziel war eine realistische Simulation, die dennoch spielbar bleibt („Simcade“). Die Realität sieht laut Community-Feedback jedoch anders aus.

  • „Driving on Ice“: Ein häufiger Vorwurf ist, dass sich die Autos anfühlen, als würden sie auf Eis fahren. Die Traktion reißt unvermittelt ab, was zu frustrierenden Drehern führt.
  • Input Lag: Spieler berichten von einer spürbaren Verzögerung zwischen der Eingabe am Controller/Lenkrad und der Reaktion des Fahrzeugs. Dies führt zu einem „Gummiband“-Effekt, bei dem man instinktiv stärker lenkt, weil nichts passiert, und dann überkorrigiert, wenn das Spiel endlich reagiert.
  • Gewichtsverlagerung: Die Physik scheint die Masse des Fahrzeugs nicht korrekt zu simulieren. Bremswege fühlen sich willkürlich an, und das Eintauchen der Federung korrespondiert oft nicht mit den g-Kräften.

Für ein Spiel, das „Simulation“ im Namen trägt (oder zumindest im Geiste), ist eine mangelhafte Fahrphysik tödlich. Während man einem GTA eine schwammige Steuerung verzeiht, weil man auch schießen und laufen kann, ist das Fahren hier 50% des Kerninhalts.

4.2 Die Controller-Kontroverse

Ein technisches Detail, das massive Auswirkungen hat, ist die fehlende Einstellungsmöglichkeit für Deadzone (Totzone) bei Controllern.

  • Das Problem: Analogsticks haben oft ein minimales Spiel (Stick Drift). Ohne Deadzone-Einstellung registriert das Spiel dies als lenken. Das Auto zieht permanent leicht nach links oder rechts.
  • Die Konsequenz: Auf geraden Strecken ist das Auto kaum in der Spur zu halten. Dies macht präzises Fahren bei hohen Geschwindigkeiten fast unmöglich und wurde in mehreren Reviews als „borderline unplayable“ (grenzwertig unspielbar) bezeichnet.

4.3 Das Schadensmodell: Konsequenz statt Kosmetik

Ein Bereich, in dem Underground Garage glänzt, ist das Schadensmodell. Anders als in Forza, wo ein Aufprall bei 200 km/h oft nur Kratzer im Lack hinterlässt, hat hier ein Unfall mechanische Folgen.

  • Ein Frontalaufprall kann den Kühler zerstören -> Motor überhitzt.
  • Ein harter Bordsteinkontakt kann die Aufhängung verbiegen -> Auto zieht zur Seite.
  • Motorplatzer durch Überdrehen sind möglich.

Diese Konsequenzen zwingen den Spieler, respektvoll mit dem Material umzugehen. Es schließt den Loop: Wer schlecht fährt, muss mehr schrauben (und bezahlen). Dies erzeugt eine Spannung, die reinen Arcade-Racern fehlt.

5. Narrative und Atmosphäre: Fast & Furious auf Deutsch?

5.1 Die Story-Kampagne: Rache im Untergrund

Die Version 1.0 liefert die vollständige Kampagne. Der Plot orientiert sich stark an den Genre-Klischees der frühen 2000er Jahre (Need for Speed: Underground, The Fast and the Furious).

  • Der Aufhänger: Der ursprüngliche Besitzer der Garage verschwindet unter mysteriösen Umständen, die mit einer Gang, illegalen Rennen und Schmuggel zu tun haben.
  • Die Protagonisten: Der Spieler übernimmt die Garage und arbeitet mit Deb zusammen, einer Kollegin, die als narrative Stütze fungiert.
  • Das Ziel: Man muss sich in der Untergrund-Szene einen Namen machen („Prestige Points“ sammeln), die Garage aufrüsten und schließlich die Verantwortlichen für das Verschwinden des Mentors zur Rechenschaft ziehen.

Obwohl die Story keinen Oscar gewinnen wird, gibt sie dem endlosen Reparieren und Tunen einen Kontext. Man schraubt nicht nur, um Geld zu verdienen, sondern um in der Story voranzukommen („Progression System“). Allerdings gibt es Berichte über Bugs in den Story-Missionen, etwa dass Deb in das falsche Auto einsteigt und so Missionen blockiert.

5.2 Sound und Musik (Streamer Mode)

In der heutigen Zeit ist die „Streamability“ eines Spiels entscheidend für den Marketing-Erfolg. Underground Garage hat dies erkannt und integriert einen Streamer Mode.

  • Funktion: Dieser Modus deaktiviert lizenzierte Musiktitel im Radio, die zu Copyright-Strikes (DMCA) auf Plattformen wie Twitch oder YouTube führen würden.
  • Ersatz: Stattdessen wird lizenzfreie Musik oder gar keine Musik gespielt, sodass Content Creator das Spiel sicher übertragen können. Dies ist ein unverzichtbares Feature für ein Spiel, das stark auf seine Atmosphäre setzt.

6. Technische Analyse: Unreal Engine 5 im Härtetest

Die Verwendung der Unreal Engine 5 (UE5) ist ein zweischneidiges Schwert. Sie ermöglicht fantastische Beleuchtung und detaillierte Modelle, ist aber auch berüchtigt für hohe Hardware-Anforderungen und Shader-Compilation-Stuttering.

6.1 Systemanforderungen und Performance

Die offiziellen Anforderungen wirken auf den ersten Blick moderat, erzählen aber nicht die ganze Geschichte.

KomponenteMindestanforderungEmpfohlen (Realistisch für 1080p/60fps)
BetriebssystemWindows 10+Windows 11
ProzessorIntel Core i5 4590Intel Core i7 12700K oder Ryzen 7 5800X3D
Arbeitsspeicher8 GB RAM16-32 GB RAM (für Open World Streaming)
GrafikkarteGTX 1650 / RX 5500RTX 3060 Ti / RX 6700 XT
Speicher8 GB (SSD empfohlen)NVMe SSD zwingend erforderlich

Realitätscheck GTX 1650: Die als Minimum angegebene NVIDIA GeForce GTX 1650 ist die absolute Untergrenze. Benchmarks zeigen, dass diese Karte in modernen UE5-Titeln oft nur mit aggressiven Upscaling-Methoden (FSR im „Performance“-Modus) spielbare Bildraten erreicht. Spieler mit dieser Hardware müssen sich auf niedrige Details und 30-40 FPS einstellen. Das Spiel ist also lauffähig, aber optisch weit von den Trailern entfernt.

6.2 Das Steam Deck Desaster

Für viele Simulations-Fans ist das Steam Deck die perfekte Plattform, um abends auf der Couch noch ein paar Autos zu tunen. Leider ist Underground Garage hier derzeit eine Enttäuschung.

  • Status: Offiziell „Unsupported“ (Nicht unterstützt).
  • Proton-Probleme: Berichte auf ProtonDB zeigen „Signifikante Performance-Probleme“. Das Spiel stürzt oft ab oder startet gar nicht erst ohne Bastelarbeit.
  • Die Lösung (Workaround): Erfahrene Linux-Nutzer greifen zu Proton GE (Glorious Eggroll), einer modifizierten Version der Kompatibilitätsschicht, und nutzen Startparameter wie DXVK_ASYNC=1, um das Ruckeln zu minimieren. Doch selbst dann bleibt die Steuerung (wegen der fehlenden Deadzone) ein Problem auf den Analogsticks des Decks.
  • Fazit für Handhelds: Aktuell keine Empfehlung für Steam Deck Nutzer ohne tiefgehende Linux-Kenntnisse.

6.3 Bugs und Glitches

Version 1.0 bedeutet leider nicht „fehlerfrei“.

  • Stuttering (Ruckeln): Selbst auf High-End-Systemen (RTX 4080/5080) berichten Nutzer von Mikrorucklern. Dies ist ein typisches UE5-Problem (Traversal Stutter), wenn Assets in der offenen Welt nachgeladen werden.
  • Savegame-Probleme: Es gibt Berichte über korrupte Spielstände, was in einem Spiel, in das man dutzende Stunden investiert, der „Super-GAU“ ist.

7. Vergleich mit der Konkurrenz: Wo steht Underground Garage?

Um den Wert von Underground Garage zu ermitteln, muss man es mit den Alternativen vergleichen.

7.1 Underground Garage vs. Car Mechanic Simulator 2021 (CMS21)

  • Der Mechaniker-Part: CMS21 ist reifer. Die UI ist polierter, die Teile-Datenbank umfangreicher, die Diagnose-Tools logischer. Wer nur schrauben will, ist bei CMS21 (noch) besser aufgehoben.
  • Der Fahr-Part: Hier gewinnt Underground Garage haushoch. In CMS21 ist das Fahren ein nachträglicher Gedanke auf sterilen Teststrecken. In Underground Garage ist es der halbe Spaß.
  • Fazit: Underground Garage ist für CMS-Spieler, die sich langweilen, weil sie ihre Kreationen nie „richtig“ nutzen können.

7.2 Underground Garage vs. Need for Speed (NFS) Unbound

  • Fahrphysik: NFS bietet eine perfektionierte Arcade-Physik. Das Driften ist einfach, befriedigend und direkt. Underground Garage wirkt dagegen hölzern und unberechenbar.
  • Tuning: In NFS tauscht man Teile per Menü aus („Level 1 Motor“ auf „Level 2 Motor“). In Underground Garage baut man die Kurbelwelle selbst ein. Das ist eine völlig andere Ebene der Befriedigung.
  • Fazit: Wer Action will, spielt NFS. Wer verstehen will, warum das Auto schneller ist, spielt Underground Garage.

7.3 Underground Garage vs. BeamNG.drive

  • BeamNG ist der König der Soft-Body-Physik. Kein Spiel simuliert Blechschäden realistischer. Underground Garage hat ein gutes Schadensmodell, erreicht aber nicht die wissenschaftliche Präzision von BeamNG. Dafür bietet Underground Garage eine Karriere und Progression, die BeamNG (in der Vanilla-Version) oft fehlt.

8. Fazit und Kaufempfehlung: Ein Rohdiamant mit Ecken und Kanten

Underground Garage ist ein Spiel, das man lieben will. Das Konzept ist brillant: Die meditative Ruhe der Werkstatt gepaart mit dem Nervenkitzel illegaler Straßenrennen. Es füllt eine Lücke, die Fans seit Jahren beklagen. Die grafische Präsentation der Autos ist hervorragend, und das Gefühl, einen Motor von Grund auf neu aufzubauen, ist ungemein befriedigend.

Doch die Version 1.0 fühlt sich an vielen Stellen noch wie eine späte Beta an. Die „Mostly Negative“ Reviews auf Steam sind ein Warnschuss der Community. Die Kritik an der schwammigen Fahrphysik, der frustrierenden UI und der fehlenden Controller-Optimierung ist berechtigt und wiegt schwer bei einem Vollpreis-Titel.

Für wen lohnt sich der Kauf?

  • Die „Schrauber-Romantiker“: Wenn Sie bereit sind, über UI-Schwächen hinwegzusehen, um das ultimative „Project Car“-Gefühl zu erleben, greifen Sie zu.
  • PC-Tüftler: Wenn Sie einen starken PC haben und nicht davor zurückschrecken, Grafikeinstellungen zu tweaken.

Wer sollte warten?

  • Reine Rennspiel-Fans: Wenn Sie ein Fahrgefühl wie in Forza erwarten, werden Sie enttäuscht sein.
  • Steam Deck Nutzer: Warten Sie auf Patches oder eine offizielle Verifizierung.
  • Ungeduldige Spieler: Die UI und Bugs können den Geduldsfaden schnell reißen lassen.

Wertungstendenz: 6.5 / 10 (Potenzial für 8/10 nach Patches)

Pro:

  • Tiefgehende Mechaniker-Simulation (Fluid System, Engine Swaps)
  • Offene Welt mit Straßenverkehr
  • Spürbare Konsequenzen durch Schadensmodell
  • Atmosphärisches Tuning-Setting

Contra:

  • Fahrphysik wirkt unausgereift („Driving on Ice“)
  • Interface (UI) umständlich und verbuggt
  • Fehlende Controller-Einstellungen (Deadzone)
  • Performance-Probleme auf Mittelklasse-Hardware

9. Anhang: Detaillierte Datenblätter

Tabelle 1: Feature-Vergleich der Marktführer

FeatureUnderground Garage (1.0)Car Mechanic Simulator 2021Need for Speed Unbound
Motor-DemontageVollständig (Schraube für Schraube)Vollständig (Schraube für Schraube)Keine (Menü-basiert)
Open WorldJa (Stadtgebiet)Nein (Nur Teststrecke)Ja (Große Stadt)
FahrphysikSim-Cade (Hybrid, noch unpoliert)Rudimentär / ZweckmäßigArcade (Hochglanz)
Story-ModusJa (Rache/Gang-Plot)Minimal (Kundenaufträge)Ja (Street Culture)
FlüssigkeitenJa (Öl, Kühlwasser, Bremse)JaNein
Tuning-AuswirkungHoch (Dyno & Physik)Hoch (Dyno)Mittel (Leistungsstufen)

Tabelle 2: Technische Checkliste für den Start

Um Frust zu vermeiden, empfehlen wir folgende Einstellungen vor dem ersten Start:

EinstellungEmpfehlungGrund
UpscalingDLSS / FSR auf „Quality“UE5 ist ohne Upscaling extrem fordernd.
Motion BlurAUSVerringert das „schwammige“ Gefühl beim Fahren.
ControllerSteam Input nutzenUm Deadzones extern über Steam zu erzwingen (Workaround).
SchattenMittel / Hoch„Epic“ Schatten kosten unverhältnismäßig viel Leistung.

Disclosure

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Underground Garage 1.0

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