Out of Time – Umfangreiche Review

Out of Time – Umfangreiche Review

Genre: Multiplayer-Roguelike / Action-RPG
Plattform: PC (Epic Games Store, später auch Steam & Konsolen)
Release: 25. September 2025
Preis zum Launch: ca. 22,39 €


Ein mutiges Experiment

Mit Out of Time wagt sich Manticore Games an ein mutiges Experiment: Ein Roguelike, das nicht nur auf zufallsgenerierte Runs und schnelle Action setzt, sondern ganze Zeitepochen miteinander kollidieren lässt. Der zentrale Kniff – ein mysteriöses Ereignis namens „The Shattering“ – hat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer einzigen Welt verschmolzen.

Spieler:innen finden sich in Infinitopia, der letzten Bastion der Menschheit, wieder. Von hier aus starten Expeditionen in unterschiedliche Regionen, die thematisch von der mittelalterlichen Welt bis hin zu futuristischen Wastelands reichen. Jede Epoche bringt eigene Waffen, Gegner und visuelle Stile mit sich. Schon zu Beginn wird klar: Das Spiel möchte nicht in einer Schublade bleiben, sondern MMO-, Roguelike- und Action-RPG-Elemente vereinen.

Gameplay & Spielmechaniken

Der Loop

Das Grundprinzip ist typisch Roguelike: Man wagt sich in eine Region, kämpft gegen Horden von Feinden, sammelt Loot, besiegt Bosse – und hofft, lebend oder zumindest halbwegs intakt zurückzukehren. Doch Out of Time setzt einen eigenen Twist: Jeder Run steht unter Zeitdruck. Läuft die Uhr ab, steigt die Schwierigkeit rapide an, bis ein Run fast unmöglich wird.

Flexibles Klassensystem

Anstatt klassische Klassen wie „Magier“ oder „Krieger“ zu wählen, bestimmt die Ausrüstung, welche Rolle man übernimmt. Ein Ritter mit Laserwaffe? Eine moderne Sanitäterin mit Flammenzauber? Ein Cyborg mit Schwert und Schild? Alles möglich. Dadurch entstehen unzählige Kombinationen, die immer wieder neue Spielweisen eröffnen.

Das Tether-System

Herzstück des Koop-Modus ist das sogenannte Tether-System. Es verbindet Spieler:innen durch eine unsichtbare Kraft, die Buffs und Boni verstärkt. Entfernt man sich zu weit, setzt Schaden über Zeit ein. Das sorgt dafür, dass Gruppen eng zusammenarbeiten und ihre Positionen taktisch abstimmen müssen. Besonders bei Bosskämpfen entfaltet dieses Feature seine volle Wirkung und hebt Out of Time von anderen Roguelikes ab.

Mutationen & Klonsystem

Sterben gehört fest zum Konzept. Anstatt mit „Game Over“ zu enden, kehrt man als Klon zurück. Dieser Klon kann durch Mutationen neue Fähigkeiten erhalten – Tentakelangriffe, Gedankenkontrolle, oder groteske Körperverformungen. Doch Vorsicht: Jede Mutation bringt auch Nachteile. Manchmal wird man zwar stärker, verliert aber Kontrolle über bestimmte Skills oder büßt Beweglichkeit ein. Das macht Risiko-Management zu einem spannenden Bestandteil jedes Runs.

Progression & Wiederspielwert

Mit jedem Versuch winken neue Belohnungen, von 190 Millionen möglichen Ausrüstungskombinationen bis hin zu freischaltbaren Schwierigkeitsgraden. Runs lassen sich solo bestreiten, entfalten aber erst im Koop ihre volle Stärke. Unterschiedliche Schwierigkeitsstufen – von „Normal“ bis „Zerschmetternd“ – sorgen für stetige Herausforderungen.

Atmosphäre & Präsentation

Grafik & Stil

Visuell kombiniert Out of Time verschiedene Stile zu einem überraschend stimmigen Gesamtbild. Mittelalterliche Burgen stehen neben futuristischen Megacitys, während postapokalyptische Wastelands an Mad Max erinnern. Trotz dieser Vielfalt wirkt das Design nicht chaotisch, sondern kunstvoll miteinander verflochten.

Sound & Musik

Der Soundtrack passt sich den Regionen an: epische Orchesterklänge im Mittelalter, treibende Beats in den Wastelands, futuristische Synths in der Moderne. Gerade im Koop entfaltet die Audio-Kulisse eine packende Dynamik, wenn Effekte und Musik im Chaos der Schlachten aufeinanderprallen.

Stärken

  1. Einzigartiges Setting: Verschmelzung von Epochen bringt frischen Wind ins Roguelike-Genre.
  2. Tether-System: Zwingt Teams zu echter Zusammenarbeit.
  3. Unendliche Kombinationsmöglichkeiten: Loot- und Ausrüstungssystem bieten enorme Freiheit.
  4. Mutationen & Klonmechaniken: Jeder Tod verändert den Spielverlauf.
  5. Hohe Wiederspielbarkeit: Unterschiedliche Regionen, Schwierigkeitsgrade und Builds.

Schwächen

  • Solo-Modus deutlich schwächer: Ohne Tether-System geht ein Kernfeature verloren.
  • Balancing noch nicht perfekt: Manche Builds sind deutlich stärker als andere.
  • Loot-Glück entscheidend: Zufallsdrops können Runs frustrierend machen.
  • Technische Kinderkrankheiten: Kleinere Bugs und Performance-Einbrüche zum Launch.
  • Begrenzter Umfang zum Start: Nur drei Regionen – mehr Content folgt erst durch Updates.

Zukunft & Roadmap

Manticore Games hat bereits eine klare Roadmap vorgestellt:

  • November 2025: Die „Solarpunk“-Epoche wird kostenlos ergänzt, inklusive neuer Ausrüstung und Gegner.
  • 2026: Release auf Steam und Konsolen, neue Spielmodi (darunter PvP und MOBA-inspirierte Arenakämpfe).
  • Regelmäßige Updates: Weitere Epochen, neue Bosse und Bestenlisten sollen das Spiel langfristig am Leben halten.

Fazit

Out of Time ist ein mutiger Mix, der Roguelike-Fans wie Koop-Enthusiasten gleichermaßen anspricht. Das Spiel brilliert mit frischen Ideen wie dem Tether-System, mutigen Mutations-Mechaniken und einer einzigartigen Kombination von Epochen.

Zwar gibt es noch Ecken und Kanten – insbesondere beim Balancing und Umfang –, doch das Fundament ist so stark, dass es mit zukünftigen Updates nur besser werden kann.

Endwertung: 4 von 5 Sternen
Ein Geheimtipp für alle, die Roguelikes mögen und gern im Team experimentieren.

Out of Time – Umfangreiche Review

About The Author
- Redaktion /// Gaming, Review, Blog, Webmaster, Kamera, Ton /// Genres: (MMO)RPG, Adventure, Strategie, Party, Jump’n’Run, Point’n’Click‘, Puzzle, Beat’m’up, Indie, Retro, Mobile, JRPG, Roge like/lite /// Konsolen: Xbox One, PSX, PS2, PS4, Wii U, Switch /// Handheld: GBC, PSP /// Sonstige: Steam Link, PC